Eröffnungsrede

JL Pidoux

Sehr geehrte Damen und Herren
Liebe Landwirte
Liebe Gäste und Pressevertreter


Ich heisse Sie zur Delegiertenversammlung in Murten sehr herzlich willkommen und wünsche Ihnen bei dieser Gelegenheit ein ausgezeichnetes Jahr 2019. Möge es privat wie beruflich glücklich und erfolgreich sein.
Das Jahr 2018 wird uns in Erinnerung bleiben. Nach einem wunderbaren Frühling mit optimalen Bedingungen für die Pflanzung der Kartoffeln war es ab Mitte Juni sehr warm und die meisten Regionen der Schweiz litten unter Trockenheit und Mangel an Raufutter für das Vieh. Die Erträge bei den Konsumkartoffeln und den Zuckerrüben fielen sehr gering aus. 
Die Landwirtschaft hat sich mit Veränderungen im Markt und in der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Kaum ein Beruf steht heute vor so vielen Herausforderungen wie die Landwirtschaft. Der Klimawandel ist klar spürbar. Die Gesellschaft, welche Nahrungsmittelknappheit nicht mehr kennt, hat zunehmende Erwartungen und will perfekte, schöne, gesunde und dabei vor allem günstige Produkte, und dies über das ganze Jahr. Man müsste den Konsumenten wieder einmal über unseren Beruf aufklären und ihnen unsere Art uns Weise zu arbeiten erklären. Die Landwirtschaft geniesst momentan viel Sympathien, wird aber von gewissen Kreisen auch idealisiert.
Einige Resultate zu Volksabstimmungen beunruhigen mich. Die Hornkuh-Initiative wurde in allen Städten der Schweiz angenommen, von Genf über Lausanne bis Bern und Zürich. Ich bezweifle, dass diese zwar wohl gesinnten Bürger die Probleme der Landwirte verstehen.
2020 wird das Stimmvolk über die «Trinkwasser-Initiative» und die Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» abstimmen. Wir werden uns mobilisieren müssen, um den Konsumenten die Gefahren aufzuzeigen, welche eine Annahme dieser Initiativen für uns hätte. Der SBV hat bereits eine Informationskampagne gestartet und an seiner Delegiertenversammlung ein Video präsentiert, welches ich als sehr nützlich einschätze.
Es gibt auch gute Nachrichten. Der Ende Jahr getroffene Entscheid des Bundesraters, den Standort Agroscope in Changins beizubehalten, ist für mich ein klares Zeichen, dass die öffentliche Hand gewillt ist, den Saatgutsektor weiterhin zu unterstützen. Es ist allen klar, dass wir uns in einem grossen Wandel befinden. Im Hinblick auf die Bedeutung des Saatgutes und der Pflanzenzüchtung spielen swisssem und DSP eine wesentliche Rolle, wenn es darum geht, dass dieser nächste Schritt ein Erfolg für die Landwirte sein wird. Für uns Saatgutproduzenten ist die Forschung ein unverzichtbares Instrument.
Auch hier gibt es einen enormen Aufklärungs- und Kommunikationsbedarf. Gewisse Kreise zählen uns zu den Saatgutmultis, was natürlich Schwachsinn ist! Wir vermehren lediglich die besten Sorten für unsere Landwirte-Kollegen.
Schliesslich möchte ich es nicht unterlassen allen Partnern zu danken, welche mit swisssem zusammenarbeiten. Danke an die Vorstandsmitglieder und an Christof Rüfenacht für sein Engagement und seine Einsatzbereitschaft für swisssem.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit!